Gedanken- oder Bindestrich bei Preisspanne


#1

Ein hinteressantesThema, zudem man auch nicht wirklich viel im Netz findet.

Wie schreibe ich eine Preisspanne in einem Text richtig?

  1. Der Preis der Bilder befindet sich zwischen 1800 - 3000 €.
  2. Der Preis der Bilder befindet sich zwischen 1800-3000 €.
  3. Der Preis der Bilder befindet sich zwischen 1800–3000 €.
  4. Der Preis der Bilder befindet sich zwischen 1800 – 3000 €.

Da ich hier auch noch viel über meine Mutterprache lernen kann, habe ich mal eine Frage. Ich tu mich seit eh und je etwas schwer damit, den Unterschied zwischen dem Gedankenstrich (–) und dem Bindestrich (-) zu verstehen. Vielleicht habe ich ja hier die Möglichkeit dazu, es zu verstehen. Es gibt natürlich noch mehr mögliche Möglichkeiten (Spielchen mit den Leerzeichen). :wink:

Welche Variante ist also richtig oder muss es gar eine ganz andere sein?

Ich freue mich auf Antworten und bin schon ganz gespannt!

Eine Ergänzung meinerseits: Das hier ist ein wirklich tolles Dokument http://www.tanner.de/wp-content/uploads/2015/01/Lektorat_Broschuere_Final_web.pdf


#2

Okay, das ist ein doofes Beispiel, weil man bei zwischen eher und benutzt statt einem Gedanken- oder Bindestrich :wink:


#3

Vielleicht nimmst du ein Beispiel mit Öffnungszeiten, Jessi? Das Thema an sich ist auf jeden Fall (in beiden Sprachen) interessant und bestimmt auch etwas für @peppermint_patty :wink:


#4

Lösung Nr. 2 .

Der Gedankenstrich (also der lange) hat in von/bis-Angaben nichts zu suchen.
Zu den (meiner Meinung nach) überflüssigen Leerzeichen im Vorschlag 1 kann ich im Moment gerade keine Quelle finden. Aber ich bleibe dran. Vielleicht morgen.


#5

Hallo Jessi,

leider bin ich etwas spät, aber ich möchte auf Deine Frage doch noch antworten.

Wie Du selbst schon bemerkt hast, ist Dein Beispiel unglücklich gewählt. Deshalb sind hier leider alle Varianten falsch, denn statt des Striches müsste ja das Wort “und” stehen, das nicht durch einen Strich ersetzt werden kann.
Lösung 2 wäre allerdings auch sonst nicht richtig, denn hier wird ein Bindestrich (Divis) und kein bis-Strich (Halbgeviertstrich) verwendet.

Grundsätzlich wird der Halbgeviertstrich (also der längere in Deinem Beispiel) neben verschiedenen anderen Funktionen auch als Gedankenstrich und als bis-Strich verwendet. Bei der Frage der Leerzeichen davor und dahinter scheiden sich aber sogar die professionellen Geister. Laut Duden lässt man sie weg, aber die zuständige DIN-Norm 5008 schreibt sie vor. Im professionellen Schriftsatz kann man den Mittelweg wählen und kleinere, flexible Leerzeichen verwenden. Und meine “Typobibel” (“Detailtypographie” von Forssmann/de Jong) differenziert das Thema Leerzeichen noch feiner, aber das würde hier zu weit führen.

Anwendung auf Dein Beispiel

Ohne Strich: Der Preis der Bilder umfasst eine Spanne von 1800 bis 3000 Euro.
–> Wenn Du das Wort “von” ausschreibst, musst Du auch das Wort “bis” ausschreiben und kannst es nicht durch den Halbgeviertstrich ersetzen. Auch die Währung würde ich dann ausschreiben.

Mit Strich:
Preisspanne der Bilder: 1800 – 3000 €. (laut Duden)
Preisspanne der Bilder: 1800–3000 €. (laut DIN 5008)
–> Diese Kurzform ist eine typische Anwendung für den Halbgeviertstrich als bis-Strich.

Einen guten Artikel zum Thema findest Du übrigens hier: http://federwerk.de/2014/08/11/bindestrich-gedankenstrich/#bindestrich