Die Poesie, die ich liebe. Oder: der Unterschied zwischen Deutschen und Holländern


#1

Vor einer ganzen Weile – ich weiß gar nicht mehr wie wir dazu kamen – waren wir über das wunderbare Wort “Onomatopoesie” gestolpert.

Und wart ihr heute schon onomatopoetisch?

Auf jeden Fall hat meine Frau dann die Erklärung bei Wikipedia vorgelesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Onomatopoesie

Hach, das war herrlich (man beachte meine onomatopetischen Ausdrücke heute… ). Wir konnten bis dahin mit dem Begriff jedenfalls nichts anfangen, aber meine Kinder und ich lagen am Boden vor lachen, wie und mit welcher Betonung meine Frau den Artikel zum Besten gab.

Die Tage hatten wir irgendwie wieder daran gedacht, dass wir so einen Heidenspaß hatten, als wir diesen Wikipedia-Artikel gelesen hatten. Und obwohl ich das Wort noch ewig in Erinnerung hatte, war es mir dann letztlich doch wieder irgendwann entfallen. Aber ich wusste noch, dass es (bzw. verwandte Definitionen) mit der Übersetzerin von Micky Maus in Verbindung zu bringen war. Und mit ein wenig geschickter Google-Suche habe ich das Wort “Onomatopoesie” dann zusammen mit den beiden Schwestern

https://de.wikipedia.org/wiki/Interjektion und dem scherzhaft genannten “Erikativ” (da war sie dann, die Übersetzerin von Micky Maus…)

https://de.wikipedia.org/wiki/Inflektiv#Geschichte_und_Entwicklung

wieder entdeckt.

Den Spaß, dass meine Frau uns die Artikel nochmal genüsslich vorliest, werden wir uns am Wochenende machen.

Aber nun war ich doch neugierig geworden, ob es den Begriff auch auf Niederländisch gibt. Glücklicherweise hilft Wikiepedia dabei sofort, wenn man links zu den anderen Sprachen für den aktuellen Artikel wechseln kann. Tja, und da war er dann mehr als deutlich. Der Unterschied zwischen Deutschen und Holländern. Im Deutschen sind die drei Artikel zum einen sooooo ausführlich, in einer gestelzten Sprache und mit jeder Menge Fremdwörter gespickt, so dass man den Inhalt kaum versteht. (Darum war es ja auch so lustig, wenn man den Artikel in entsprechender Betonung vorliest und es teilweise einfach eine Wortsuppe, gespickt mit, Quetsch, Zack, Bumms, den tollsten Interjektionen einfach nur eine Wonne für die Sprachsinne darstellt… :wink:

Dagegen beschreiben die niederländischen Artikel

https://nl.wikipedia.org/wiki/Onomatopee und

https://nl.wikipedia.org/wiki/Tussenwerpsel

einfach kurz und knackig was die Ausdrücke bedeuten. Jeder kann das sofort verstehen.

Das fand ich ein schönes Beispiel für den Unterschied zwischen Deutschen und Holländern.

Aber nicht zuletzt, ein netter Tipp für die nächste Party, wenn man mal wieder etwas tun muss, um ein Pfand auszulösen. Einfach mal einen Abschnitt dieser Wikipedia-Artikel vorlesen lassen… :smiley:

Groetjes,
Peter

P.S.: Ich hab’ mir wieder angewöhnt auf Deutsch eher von “Holländern” und “holländisch” zu sprechen, auch wenn ich weiß, dass es im Grunde nicht richtig ist. Aber auf Deutsch sagt man halt einfach nicht wirklich: “Wart ihr in den Ferien in den Niederlanden?” … :wink:

Und zudem darf ich das, da wir ja in Zuid-Holland leben und somit “Holland” stimmt! :wink:

P.P.S.: Am Wochenende werd’ ich mich mal mit der Frage beschäftigen, ob ich nicht doch Donaldist werden sollte. :rofl:


#2

Schau mal bei buurtaal, Peter:


#3

Kennst du das hohe Lied des Kölner Abbrucharbeiters ?

RADADONG ! RADADONG ! UND WEG IST DER BALKONG !!!


#4

https://bfriends.brigitte.de/foren/schreiberling-forum/70827-schall-begriffe.html

Ich habe dieses Gedicht bereits früher im Forum erwähnt, allerdings ohne zu wissen, dass es ein Gedicht mit lauter Onomatopoesie ist,


#5

Da fehlt ein “Da”, Dirk:: RADADADONG - dann passt der Rhythmus auch. So kenne ichs.


#6

Da hat mich meine Erinnerung wohl im Stich gelassen. Ich habe diesen Spruch von einer Kommilitonin in den frühen 80er Jahren in Köln gehört. Wir haben zufälligerweise etwa zur gleichen Zeit auf dem Bau gearbeitet.


#7

Also ich kenn nur die norddeutsche Version von Torfrock („Presslufthammer-Bbbernhard“), da heißt es „Ratatazong…“ (z.B. bei 1:07) :sweat_smile:


#8

Mag sein, daß sie dieses Lied zitiert hat, aber nach so vielen Jahren weiß ich das auch nicht mehr so genau. Das ist ja schlappe 35 Jahre her…:flushed:


#9

Zo fout dat het ook weer leuk wordt :joy::joy::joy:


#10

„Fout“ ist hier relativ… Das ist einfach tiefstes Hamburgisch :joy::wink:


#11

Ich denke auch, dass “RatataZong” oder “RadadaDong” identisch ist, nur härteren und weicheren Aussprachen geschuldet.